Meriel Schindler besuchte Tiroler Schulen

von Hannelore Reichmann
01. Juni 2026

Meriel Schindler hat was zu erzählen: Von ihrer Familiengeschichte, der Ankunft der Schindlers im Tirol in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, von fleißigen Menschen, die hier eine Heimat fanden, die Berge liebten und sich hier ein Unternehmen aufbauten. Drei Söhne der jüdischen Familie waren als Soldaten im 1. Weltkrieg, einer kam nicht mehr zurück. In den 20er Jahren gründete Hugo Schindler das legendäre Café Schindler in der Maria-Theresien-Straße mit Jazz und Charleston und Apfelstrudel – der Hauch der großen Welt, der hier nach Tirol kam. 1938 wurde die Familie enteignet, vertrieben. Manche konnten flüchten – andere wurden in KZs ermordet, wie Sophie Schindler, die Mutter von Hugo.

Meriel Schindler erzählt diese Geschichte ohne Anklage ohne erhobenen Zeigefinger, aber immer mit dem Wunsch, dass Erinnerung und Wissen die jungen Menschen erreicht und ihre demokratische Haltung und ihr Eintreten für die Würde des Menschen mitformt. Meriel Schindler machte durch ihre persönliche Geschichte die politische Geschichte des 20 Jahrhunderts begreifbar und vielen Zuhörer:innen wurde bewusst, wie viele von ihnen und ihren Vorfahren woanders hergekommen sind und in Tirol eine Heimat gefunden haben. Wir alle waren tief beeindruckt.